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| Übermächtiges Stahlkreuz auf dem Vodno |
In Skopje haben sich wohl alle meine kleinen Sticheleien
gerecht – karmatechnisch, nehme ich an. Erst spielt dieser eigenartige
Couchsurfer dieses Polizeispiel am Messegelände mit mir und dann zwingt er mich
auch noch den Vodno zu stürmen. Letzterer ist der Hausberg der Stadt und könnte
prinzipiell mit der Seilbahn erklommen werden. Aber als ambitionierter
Bergsteiger verweigert er mir natürlich diese Möglichkeit. Hinter ihm her
keuchend schleppe ich mich die steilen Pfade hinauf, frage nach Pausen – die
mir nicht gewährt werden. Der Ausblick ist schön, jaja…aber das ändert nichts
an diesen Qualen, die ich mir hier antun muss. Über eine Stunde wandern wir
über Stock und Stein – teilweise auf allen Vieren, da die Bergwände so steil
sind. Was das übergroße
Stahlkreuz auf dem Gipfel angeht, erfahre ich, dass es
Teil des
Skopje 2014 Projekts ist. Es wurde zwar schon 2000 zur
Jahrhundertwende errichtet, war jedoch der Beginn der massiven Umgestaltung der
Stadt. Bei einem eigenartigen, bläulich schimmernden Tee erklärt mir der
Bergsteiger mehr über die über 40 Skulpturen, die vor einiger Zeit über Nacht
in der mazedonischen Hauptstadt aufgestellt wurden und wie der Staat versucht,
eine Nation in Nachfolge des alexandrinischen Staates aufzubauen. Eigentlich
will er gar nicht über Politik reden. Das alles ist ihm zuwider und deshalb
bohre ich nach. Er fällt natürlich zurück in das ganze Gerede über Natur,
Berge, Berghänge, Kühe und keine Ahnung, was es sonst noch gibt. Ich lasse davon natürlich nicht ab. Frage, was da auf dem bunkerartigen Komplex geschrieben steht, obwohl ich genau verstehe, dass es hier um die Zurückschlagung der Faschisten im Zweiten Weltkrieg geht. Hatten die sich hier verbarrikadiert, oder was? Es scheint fast so - er nickt, verzieht die Mundwinkel nach unten und ergänzt: "Ja, die Faschisten." Zum Vorteil
für mich ist er irgendwann so genervt, dass er sich den gemeinsamen,
stundenlangen Abstieg mit mir erspart und einwilligt, den Lift zu Tale zu
nehmen.
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| Auf halbem Wege: Blick auf Skopje |
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| Die Seilbahn, die man hätte nehmen können |
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| Gipfel und Natur |
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| Und nochmal das Milleniums-Kreuz mit jeder Menge Antennen |
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