In Delfi wird die Nacht verbracht. Quer durch die Stadt gewandert, im nächsten Café drei Stunden gearbeitet und dann mit Zelt und Taschenlampe ins Gebüsch. Mein Versteck ist etwas außerhalb an der Verkehrsstraße nach Galaxidi – das Lieblingsferienparadies der Griechen in Griechenland. Natürlich konnte ich es mir zuvor nicht nehmen lassen, in verschiedenen Hotels nachzufragen, wo man denn hier illegal campen kann. Sie verstehen mich – Sie verstehen mich alle. Augenzwinkernd meinen Sie, das wäre kein Problem – nimm dich nur vor der Polizei in Acht. Ab ins hohe Gras. Und so schlage ich mein Lager irgendwo am Rande von irgendwelchen Häusern im Busch auf – und soll am nächsten Tag merken, dass um mich herum ca. 20 Bienenhäuser stehen. Ziemlich schlau, sich hier niederzulassen, oder? Wenigstens fühlen sich die Bienen nicht provoziert. Nichts geht schief – außer, die schiefe Lage, die mich halb in den Dornenstrauch fallen lässt. An schlafen kaum zu denken.
Am nächsten Morgen zum Orakel, das ich liebevoll Oralkel nenne und behaupte, es nicht besser zu wissen. Wie jetzt, das Oralkel ist nicht für antike Blow Jobs zuständig? Ich befrage es und stehe da und warte auf irgendeine Aktion des sphinxartigen Teils, das heute nicht mehr draußen, sondern unterm Dach des Archäologischen Museums steht. Und was bekomme ich? Stadt oralen Freuden nur eine strunzdoofe Frage: Was geht morgens auf vier Beinen, mittags auf zwei Beinen und abends auf drei Beinen. Mein Penis, ist die Antwort, für die es aber mächtig eine sitzt. Hab ich das Orakel jetzt so aus dem Konzept gebracht? Tritt mich das Ding und kickt mich vom Felsen. Orakelbeleidigung komplett und endlich eine wenn auch frei erfundene Reaktion heraufbeschwört.

Säulen

Orakelsäulen

MMm...da ist das verdammte Fragen stellende Ding

Katzen bewachen mein Gepäck in Delfi. Überhaupt sind Katzen in Griechenland überall - macht das Land beinahe sympathisch.
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