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| Skanderbeg-Steak in Tetovo |
Meine Angst, mit dem mazedonischen T-Shirt durch den
albanischen Teil des Landes zu fahren schwand mit meiner Erfahrung, die ich in
Struga machen konnte.
Und auch wenn ich
noch eine Nacht länger in dem Ort bleiben durfte – mich zog es auf die Straße.
Lange Wanderungen entlang der Autobahn und erst einmal ewiges Warten bis der
erste Wagen anhält. Doch anstatt Albanisch zu hören, schallt mir Deutsch
entgegen. Chauffeur und Beifahrer stammen aus der Schweiz und haben sich dazu
entschlossen, sich nach dem Militärdienst eine Auszeit zu gönnen – ausgerechnet
in der Gegend Mazedoniens, in der überhaupt nichts los ist. Sie wohnen aus
unerfindlichen Gründen auf diesem winzigen Dorf Ki
čevo, das wenn überhaupt für irgendetwas, dann für die
Militärkaserne bekannt ist. Und die nervt richtig. Aller zwei Minuten kommen
Truppenverbände auf dem Fußweg entlang geschritten und streifen mich geradezu
mit ihren Kalaschnikows.
Für Minuten muss ich pausieren, bis der Heereszug
endlich in die nahgelegene Kaserne eingekehrt ist und irgendwann reicht es mir
endgültig: Wandern im Gleichschritt bis ich an einem anderen Ort bin.
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| und noch mal Skanderbeg |
Und hier treffe ich auch endlich auf die Albaner. Sie können
kaum Englisch – und meine Albanischkenntnisse sind mehr als mies. Trotzdem sind
sie von meinem Auftreten im Vergina-T-Shirt allem Anschein nach begeistert.
Nach einem kurzen Stopp in Gostivar nehmen Sie mich sogar nach Tetovo vor den
Toren Skopjes mit. Ob ich Zeit hätte?, fragen sie mich. Ob sie mich zum Essen
einladen könnten? Natürlich sage ich ja und wenige Minuten später sitzen wir in
einem Restaurant in der Kleinstadt. Alles was ich möchte, solle ich ordern. Mein
Blick fällt auf das mächtige Skanderbeg-Steak, dessen Namensgeber einst den
herzzerreißenden Versuch unternahm, Europa von den Türken zu retten. Ob das ein
Mazedonier gewesen sei?, frage ich wohlwissend, dass der Feldherr die
bedeutendste Nationalfigur Albaniens ist. Es wäre sicherlich eine hervorragende
Beleidigung gewesen, wenn oh wenn sie es doch verstanden hätten. Und so
schlinge ich die kulinarische Heldenkreation einfach hinunter: Eigentlich ist
das Teil nichts weiter, als ein überdimensionales Cordon Bleu –
nichtsdestoweniger lecker.
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